10.09.2008

An der Grenze zu Peru

Liebe Freunde!!!

Nach der traumhaften Stadt Cuenca mit den vielen Kirchen, wo ich u.a. die Inkaruinenstatte Incapirca und einen Nationalpark (Caja) besuchte und Loja, wo ich einem Gottesdienst besuchte und vor Ruhrung den Tranen nahe war, danach ein Stadtfest mit gefhrlichem Feuerwerk, bin ich nun im ruhigen Vilcabamba im Suden von Ecuador, wo die Menschen uber 100 Jahre alt werden. In den nachsten Tagen gehts dann uber die Grenze ans Meer nach Peru, wo die Steckdosen und die Wahrung sich andern und was noch?

Ich bin nun gespannt, was mich in Peru erwartet, den Entwicklungsstand, der Lebensrhythmus, die Unterkunfte, die Natur, die Menschen, das Essen,... ich lasse es auf mich wirken und bin dankbar fur die zwei intensiven Monate, die ich hier in Ecuador erleben durfte. Nicht nur die Natur und Kultur durfte ich kennenlernen, sondern auch Menschen und ihr Leben.

Obwohl ich vom Geschehen der Schweiz und der Welt weit weg bin, versuche ich mich uber Internet und Zeitungen aktuell zu halten. Eine interessante Erfahrung, wie hier die Perspektive sich andert und vor allem Sudamerika und USA im Fokus des Interesses steht, verstandlich.

Auf bald,

Christoph.

05.09.2008

Vulkan Chimborazo






El nariz del diabolo






Bei Eduardo zuhause






Im Regenwald bei Tena






Regenwald, Banos, Riobamba

Hallo, liebe Freunde!!!

Nach dem sehr eindrucklichen Besuch bei Eduardo imRegenwald bin ich weitergereist nach Banos, Grenze Gebirge-Regenwald, wo wir mit andern Travellern Riverraften gingen. Ich war zuerst sehr skeptisch mit diesem Vorhaben bezuglich Sicherheit, da der Preis sehr gunstig war. Sechs Stunden fur 23 Franken... Doch die Instruktion, das Material und der Bootsfuhrer waren einwandfrei und so konnte ich die grandiose Wildwasserfahrt durch den Dschungel geniessen, obwohl sich die Linsen in den Augen verdrehten... Danach gonnte ich mir eine Massage und ein Bad im beruhmten Bad in Banos.

Weiter ging meine Reise mit andern Travellern nach Riobamba, wo wir den Zug "Nariz del diabolo" nahmen. Das kann man sich vorstellen aus einem Gemisch von der Rhatischen Bahn durch Graubunden mit der Gotthardbahn bei Wassen: Viele Kehren, traumhafte Gebirgslandschaft mit indigenen Menschen und das alles mitverfolgend auf dem Dach des Zuges, der mit 40km pro Stunde dahinfahrt, Pannen hat und nur dreimal in der Woche diese Strecke durch das Gebirge zurucklegt.

Tagsdarauf wanderte ich alleine mit einem Fuhrer aufs zweite Refugium des Vulkans Chimborazo (hochster Berg von Ecuador, am weitesten entfernt vom Erdzentrum, weiterweg als der K2) auf 5000muM. Dunne Luft, Kopfschmerzen und Schnee: Das kurz zusammengefasst die Wanderung. Oben angekommen war ich sehr glucklich, das erste Mal auf 5000muM. zu sein. Wer hatte das gedacht vor zwei Jahren, als ich die Lungenoperation hatte. Es waren andere Bergsteiger da, und ich merkte, wie ein Wettbewerb unter ihnen war, wer mehr Vulkane bis zum Gipfel unter grossten Strapazen bewaltigt hat. Ich, mit meiner Lungengeschichte, konnte das gar nicht, daher bin ich zufrieden und froh, nicht wetteifern zu mussen, sondern alles nur fur mich zu machen.

Die Weiterfahrt durch die Berggegend nach Cuenca im Bus war sehr interessant. Der Bus war voll mit indigenen Menschen, ihren typischen Kleidern (die stinkten...) und Huhnern und sogar Fasanen. Ja, eine wirklich andere Kultur, fast unvorstellbar den Lebensstyl, den diese Menschen pflegen. Ich konnte namlich auch eine Schule besuchen und mit den Schulern und Lehrern reden, was fur mich sehr wichtig ist als Weiterbildung und Ideensammlung.

So, jetzt bin ich in Cuenca und wunsche Euch alles Gute.

Christoph,

30.08.2008

In Tena

Hallo Freunde!!!

Vorgestern war ich bei Mario und seiner Familie eingeladen, die auch mit auf dem Galapagos-Schiff dabeiwaren. Da Mario Prasident eines sehr renomierten ecuadorianischen Unternehmens ist mit Kontakten zu Konsulaten und Wirtschaftlern weltweit, sah die Villa dementsprechend aus: Drei Pianos, Whirlpool, Garten, ca.15 Zimmer mit uber ca. 80 Top-Bildern, teure Teppiche,... Doch trotz dem Luxus ist die Familie und er auf dem Boden geblieben, sehr nett und zum Spassen bereit, was mir zeigte, dass wohlhabende Menschen auch ganz normale sind.

Das Gegenteil, Armut, auch ganz liebe Menschen, durfte ich in Tena erleben. Da mir die Regenwaldfuhrer sehr ans Herzen gewachsen sind, bin ich nun wieder im sehr faszinierenden Regenwald und durfte die Fuhrer in ihrer Heimat Tena treffen. Wir marschierten wiederum durch den Regenwald mit Erklarungen zu unzahligen Pflanzen und Baumen, schwammen im Fluss und badeten bei einem Wasserfall. Am Abend war ich nach Hause zum Znacht eingeladen zu Eduardo, zu einem der Fuhrer, wo die Armut voll vorhanden war. Zwei Raume teilten sich die Familie, die Eltern im einen, die funf Kinder mit Ehemann und einem Grosskind, ja, die eine Tochter ist mit 21Jahren bereits Mutter und verheiratet, lebten im andern Raum. Aufs wesentliche ist das Haus ausgerustet, doch die Gastfreundschaft war unglaublich nett.

Nach dem Essen kam plotzlich eine Spinne die Holzwand hoch: Es sei eine der weltweit giftigsten, meinte Eduardo... Und darauf wurden Geschichten von Schlangen und Giften erzahlt... Ja, der Regenwald ist faszinierend, in ihm lauern aber auch Gefahren, doch mit der Regenwaldmedizin konnen sie geheilt werden. Die Bewohner haben keine Angst vor Tieren, sondern Respekt.

A propos Kinder: Heute in Tena fragte ich eine Frau in der Stadt, wie alt sie sei. Sie sagte vierzehn und hatte ein einjahriges Kind auf dem Arm, ein oft gesehenes Bild hier...

Ich wunsche Euch ein Lachen und ein bischen von diesem tropischen Klima in die Schweiz,

Christoph,.